Mitten im Leipziger Musikerviertel, unweit des Neuen Rathauses, steht ein Bauwerk von außergewöhnlicher Präsenz: das Bundesverwaltungsgericht. Seit 2002 hat das höchste deutsche Verwaltungsgericht seinen Sitz am Simsonplatz, doch die Geschichte des Gebäudes reicht weit darüber hinaus.Bei einer geführten Tour der Leipziger Stadtevents erhalten Besucher exklusive Einblicke in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst verschlossen bleiben. Dazu zählen prachtvolle historische Sitzungssäle ebenso wie die ehemalige Wohnung des Präsidenten inklusive Ballsaal.

Exklusive Führungen mit historischem Tiefgang

Die Führungen finden bis zu fünfmal pro Woche statt und können auf Wunsch auch als private Tour gebucht werden. Nach dem Passieren der Pforte öffnet sich eine imposante Eingangshalle. Besonders eindrucksvoll ist sie im Sommer, wenn das Sonnenlicht durch die kunstvoll gestalteten Fenster fällt.Von dort führt der Rundgang durch mehrere Sitzungssäle, die mit jedem Raum prunkvoller werden. Der Tourguide vermittelt dabei fundiertes Wissen zur Architektur, zur Nutzungsgeschichte des Gebäudes und zu bedeutenden juristischen Ereignissen. Ein zentraler Punkt ist der Reichstagsbrandprozess, der im damaligen Reichsgericht stattfand – genau hier, im heutigen Bundesverwaltungsgericht.

Ein Blick hinter verschlossene Türen

Den Abschluss bildet der Besuch der ehemaligen Präsidentenwohnung. Neben dem Ballsaal sind dort auch Porträts aller früheren Richterinnen und Richter zu sehen. Eine Besonderheit am Rande: Der erste Präsident des Reichsgerichts, Ludwig Frege, war der Großvater von Campino, dem Sänger der Toten Hosen – eine unerwartete Verbindung zwischen Rechtsgeschichte und deutscher Musikszene.
Diese Führung liefert keine oberflächliche Kulisse, sondern echte Inhalte. Wer Leipzigs Geschichte, Architektur und Rechtstradition verstehen will, ist hier richtig. Der Besuch lohnt sich – sachlich, eindrucksvoll und nachhaltig.

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